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Seniorenzeitung Sommer 2019      2/3

Seniorenresidenz 
Landhaus am Weinberg

Themen: Reiseberichte . Da sein für Andere .
               Josef Kleinestratkötter

Spätlese 1/2019

Spätlese 3/2019

 

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Reiseberichte

Sambia, abseits des Massentourismus

rb25062019001Sambia ist ein Außenseiter. Es hat weder die größten und tierreichsten Parks
noch die lebendigsten Städte und kulturelle Pflichtstopps. Genau das hat seinen Reiz: Das Land bietet die volle Dosis Afrika und Abenteuer – ohne Massen anzuziehen.

Das Abenteuer beginnt, als das Nilpferd am Fenster auftaucht und laut furzt. Mitten in der Nacht, keine Beleuchtung. Dann raschelt es wieder, das Tier tapst davon und plumpst nahe der „Royal Zambezi Lodge“ in den Sambesi-Fluss. Wer durch Sambia reist, kommt wilden Tieren ganz nah. Der Tourismus im Land rb25062019002steht noch am Anfang seiner Entwicklung. Schickere Mittelklasse-Hotels muss man suchen. Es gibt vor allem Campingplätze und Unterkünfte mit einfachen Hütten. Und da sind die Luxus-Lodges mit Übernachtungspreisen ab 500 Euro, die verwöhnten Reisenden jeden Komfort bieten. Bis 2030 soll Sambia zu den Top-Fünf-Reisezielen in Afrika gehören, gab das Tourismusministerium als Ziel aus. Viele Reisende stellen sich jedoch die Frage: Was tun in Sambia? Dabei gibt es in dem demokratischen Commonwealth-Mitgliedstaat 20 Nationalparks. Ein Drittel der Fläche des Landes nehmen sie ein. Und dann ist da das große Highlight: die Victoriafälle. Über eine 1700 rb25062019003Meter breite Abbruchkante stürzt der Sambesi in eine gut 110 Meter tiefe Schlucht. Gemessen an Höhe und Breite entsteht dort in der Regenzeit der größte Wasservorhang der Erde. Der größte Teil der Fälle liegt allerdings im benachbarten Simbabwe. Und doch hat gerade das noch dünne touristische Netz in Sambia seine Vorteile für Reisende. Die Lodges in den Parks werben auch mit der Abwesenheit der Massen und der Exklusivität des Abenteuers. Manche bieten nur Platz für eine handvoll Gäste. Man landet dann mit einem kleinen Buschflugzeug auf einer unbefestigten Piste mitten im Nationalpark. Es gibt kein Haus und kein Terminal. Nur ein paar Geländewagen warten auf die neuen Gäste, die Lodge-Mitarbeiter reichen Fruchtpunsch zur rb25062019004Begrüßung. „Und manchmal stehen hier am Flugfeld auch Kinder mit offenem Mund, die noch nie ein Flugzeug gesehen haben“, erzählt Pilot Sebastian Matla. Der Niederländer war lange in Südafrika tätig. 
Doch er kehrte dem Massentourismus bewusst den Rücken. Und auch die Safarifahrten sind einsamer als man das etwa in der Serengeti erlebt. Dort versammeln sich häufig mehr als zehn Wagen um ein paar Löwen. In Sambia sieht man den zweiten Wagen der Gruppe, selbst im besser besuchten Lower Zambezi National Park oder South Luangwa Park, oft erst zum Abendessen wieder. Begegnungen mit Gnus, Zebras, Löwen, Leoparden und Giraffen gehören einem hier fast alleine, genau wie das Fotomotiv für zu Hause. Dafür dauert die Tiersuche in Sambia oft länger. Die Big Five aus Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard zusammenzubekommen, ist eine Herausforderung für die Guides. „Erst in der Trockenzeit rb25062019006gruppieren sich die Tiere stärker und sammeln sich an den Flüssen“, erklärt Safari-Guide James Chabbuka, 48, der für die „Mfuwe Lodge“ arbeitet. „Dann wird es einfacher.“ Aber er und seine Kollegen im South Luangwa Park kennen selbst in den grüneren Zeiten die beliebten Treffpunkte der Tiere. Und über den Buschfunk verraten sie sich gegenseitig die Koordinaten – woraufhin James aufs Gas drückt und rasant über die staubigen Wege prescht. Die Tiere scheint die Anwesenheit der Touristen zu stören. So regt sich eine Herde Elefanten auf, als der laute Wagen sich ihnen am Wasserloch nähert. Eine alte Kuh brüllt und trötet aus vollem Rohr. Dann trabt sie mit weit aufgestellten Ohren los. „Festhalten“, ruft Chabbuka und drückt wieder aufs Gas. Und doch lacht er, als er hinter einer Kurve den Wagen wieder stoppt. James kennt solche Situationen. Sie sind nicht selten, aber auch nicht allzu brenzlig, sagt er. Die Guides im South Luangwa Park rb25062019008haben nicht einmal Gewehre bei sich. Ein ganz besonderes Abenteuer spielt sich hier auch einmal im Jahr in der im Park gelegenen „Mfuwe Lodge“ ab. Denn dann sind die süßen Mangos im Garten der Hotelanlage reif - und das lockt Elefanten in der näheren Umgebung an. Ganze Herden mit Babys ziehen friedlich an der Rezeption vorbei, durch die Lobby, zum Baum. Und die Touristen? Die werden hinter den Tresen gebracht und dürfen den Zug aus nächster Nähe fotografieren. 

Quellen: Darmstädter-Echo

 

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Da-Sein

Da sein für Andere!

Die „Da-Sein“ Aktivitäten gehen weiter. Bereits im Jahr 2013 haben Verantwortliche der Georg-Ackermann Schule in Rai-Breitenbach die Da-Sein Initiative ins Leben gerufen. Mit Frau Lichtblau, hz240620190455eine der Verantwortlichen, besuchten die Schüler, alte betagte Menschen in Breuberg. Auch zu uns ins Pflegeheim sind sie gekommen und haben mit den Senioren Gespräche geführt, sind spazieren gegangen, oder haben Gemeinschaftsspiele gespielt. Damals gab es sogar einen Preis mit einem kleinen Vorstellungsfilm. Der Preis wurde in einer feierlichen Stunde und einer Laudatio der damaligen First Lady, Frau Daniela Schadt, (Lebenspartnerin von Joachim Gauck) übergeben. Der Kurzfilm kann über unsere Webseite angeschaut werden. Heute sind die jungen Menschen auch wieder unterwegs, um mehr über das Leben im Alter zu erfahren und ein bisschen Glück und Freunde zu spenden.

 

Zwiebelkuchen

hz24062019005Zu unseren zweiwöchigen Kaffeeklatschfestlichkeiten gab es im Frühjahr Zwiebelkuchen als kulinarische Spezialität. Zur Geschichte des Zwiebelkuchens: Die Rezepte für Zwiebelkuchen variieren von Ort zu Ort. Welches das “Original” ist und wer es “erfunden” hat, ist heute nicht mehr nachvollziehbar. Traditionell finden in den süddeutschen Weingegenden im September, wenn der erste neue Wein fertig ist, Weinfeste statt. Dann bieten sogenannte “Besenwirtschaften” in Schwaben und “Straußenwirtschaften” im Alemanischen, frischen Zwiebelkuchen und neuen Wein an. Diese “Besen- und Straußenwirtschaften” gehen auf Kaiser “Karl den Großen” zurück, der per Erlass um das Jahr 800 herum den Weinbauern erlaubte, einen Teil ihres eigenproduzierten Weines selbst auszuschenken. Als Symbol für die Zeit des Ausschanks wird bis heute der Besen (alemannisch: Strauß) vor die Tür gehängt. Zu diesem ersten Wein, auch Federweißer genannt, wird der Zwiebelkuchen gerne gegessen. Steffi, unsere Küchenfee, hat sich sehr viel Mühe gegeben und es hat sich gelohnt, denn es hat wunderbar geschmeckt.

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Der Zwiebelkuchen hat in vielen Regionen Deutschlands seine Tradition. Besonders aber in Weinanbauregionen.

 

Also wenn Sie mich fragen ...

Beitrag von Dietrich Sabrowski

Also, wenn Sie mich fragen, dann hat schon mancher, der einem Begräbnis beiwohnte, heimlich auf seinem Smartphone-Kalender nachgesehen, ob er tatsächlich auf der richtigen Veranstaltung ist. Da rühmt der Pfarrer die Prinzipientreue von Karl-Adolf, des teuren Verblichenen, oder die warmherzige Freigiebigkeit der Großtante Elfriede. Das muss eine andere Elfriede gewesen sein, denkt der Trauergast, nicht unsere, die freigiebig nur im Tadel an Kindern und Enkeln war, diesen „ungewaschenen Tagedieben und Nichtsnutzen“, wie sie gern dozierte. Bei Karl-Adolf fällt den Hinterbliebenen immerhin das eine oder andere Prinzip ein, dem der alte Herr tatsächlich treu jksk09092019001ddgeblieben war, anders als seiner ersten, zweiten und dritten Gemahlin. So rückte er niemals von der Überzeugung ab, in Wahrheit hätten die Polen den Zweiten Weltkrieg begonnen; die Frau Steinbach aus dem Bundestag sage das ja auch. Gab jemand Widerworte, schaltete er das Hörgerät aus. Jedenfalls verlangt es vom Bestatter von jeher große Kunst, die gebotene Würde des Vorgangs in Einklang zu bringen mit dem eher der Vorsicht gehorchenden Prinzip „de mortuis nihil nisi bene“, also nichts Böses über Verstorbene zu berichten, und wäre es auch noch so berechtigt. Schon Christian Gottfried Gruners Ärzte-Almanach aus dem Jahr 1790 hat das „unehrliche Begräbniß“ moralisch missbilligt. Allerdings schien es damals umgekehrt zu sein: Ganze Berufsgruppen wie die Abdecker wurden bei der Grablegung ihrer Mitglieder vom Geistlichen wüst beschimpft und zur Hölle gewünscht. Das Bestattungsgewerbe muss stets mit der Zeit gehen. Da uns die Werbeleute erzählen, der moderne Mensch nehme nichts, aber auch gar nichts mehr wahr, wenn man es ihm nicht als „Event“ verkaufe, kann es nicht verwundern, dass sich Rahel Merks aus Lauchheim als „Last-Minute-Event-Managerin“ versteht. Die Zahl der Menschen, die das interessiert, wäre gewiss überschaubar, hätte sie es nicht zur „Miss Abschied“ gebracht und sich dabei gegen 46 Mitbewerberinnen aus dem Begräbniswesen durchgesetzt. Der Bundesverband Deutscher Bestatter wies aus diesem Anlass auf den oft verkannten Umstand hin, es schade nicht, wenn Bestatter auch hübsch sind. Das ist keinesfalls mit dem süddeutschen Begriff „a scheene Leich“ zu verwechseln und soll offenbar bedeuten: Der Anblick von Deutschlands schönster Bestatterin biete wenigstens all jenen Trauergästen Trost, die der unehrliche Nachruf sonst überhaupt erst zum Weinen gebracht hätte. Also wenn Sie mich fragen, dann … Aber mich fragt ja keiner …

Bis denn, Ihr Josef Kleinestratkötter.

Quelle: www.angekreuzt.de

 

Im Haus und Garten

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