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Seniorenresidenz 
Landhaus am Weinberg

Spätlese 2/2017

Martin Luther

ml21022017010Im Jahr 1517 erhebt in der kleinen unbedeutenden Stadt Wittenberg, im Nordosten Deutschlands, der Augustinermönch Martin Luther seine Stimme. Er fordert die Herrscher Europas heraus, den Kaiser und den Papst. Luthers Anspruch: Die christliche Kirche muss zu den Wurzeln Christi, zum Evangelium zurückkehren. Luther wird in die Geschichtsbücher eingehen, mit ihm beginnt das Zeitalter der Reformation.Tiefe Nacht herrscht über der Gemeinde Stotternheim bei Erfurt. Ein Mann ist unterwegs, er ist allein. Plötzlich ziehen sich Wolken zusammen, ein Gewitter kommt aufak01032017005. Regen setzt ein, Blitze erhellen die Nacht. Der Wanderer beginnt sich zu fürchten. Das Gewitter nimmt immer unheimlichere Ausmaße an, plötzlich schlägt ein Blitz unmittelbar neben ihm ein. Der Mann
erleidet Todesangst, fürchtet vom Blitz erschlagen zu werden. Er fällt hin und schreit: "Heilige Anna, hilf! Lässt du mich leben, so will ich ein Mönch werden." Der Mann überlebt unverletzt, das Gewitter zieht vorüber. Doch nun ziehen neue Wolken auf. Wolken, die sich über Jahrhunderte über Europa zusammenballen werden. Ein Gewitter wird niedergehen über dem Machtgefüge Europas, nach dem nichts mehr so ml21022017033sein wird, wie es war. Der Name des Mannes: Martin Luther.Erregt erzählt er am nächsten Tag seinen Freunden, was ihm in der Nacht widerfahren ist, und er verkündet, an seinem Gelübde festhalten zu wollen. Seine Freunde sind seine Kommilitonen, denn Luther hatte kürzlich erst erfolgreich seinen Abschluss in Jura gemacht. Ginge es nach seinem Vater, würde er als städtischer Beamter Karriere machen. Als Hausbesitzer und Teilhaber einer Erzmine hatte er alles getan, um seinem Sohn eine erfolgreiche Karriere zu ermöglichen. Doch Luther wird Mönch. Er tritt in den Stift der Augustiner-Eremiten ein, einem der strengsten Orden seiner Zeit. Luther nimmt sein Leben als Mönch sehr ernst. Permanent wähnt er sich in Sünde und begangenem Unrecht. Er kasteit sich. Luther hat furchtbare Angst vor dem jüngsten Gericht, vor dem strafenden Gott, der nach dem Tod über den Menschen Gericht hält. Luther ist verzweifelt und depressiv. Kein Mensch auf Erden, denkt er, sei er auch noch so bemüht und rechtschaffen, werde je vor Gott ml210220170111bestehen können. Denn jeder Mensch sündigt, jeder Mensch hat Phasen in seinem Leben, in denen er sich gegen Gott entscheidet. Das bedeutet also, wenn Gott gerecht wäre, müsste der Mensch nach seinem Leben und seinen Taten in jedem Fall gerichtet und bestraft werden.In seinen 95 Thesen fasst Luther seine Auffassungen über die Rolle der Kirche zusammen - vor allem wendet er sich dabei gegen den kirchlichen Ablasshandel. Die Ablassbriefe wurden von der Kirche offiziell an die "Sünder" verkauft: Durch den Kauf dieser Dokumente konnten die Sünden nach gängiger Vorstellung "getilgt" und die Menschen von ihren Sünden "freigekauft" ml210220170122werden. Der katholische Glaube ging davon aus, dass der Mensch nach seinem Tode im "Fegefeuer" für seine Sünden büßen müsste. Das Fegefeuer muss man sich als einen Ort zwischen "Himmel" und "Hölle" vorstellen. Je nach Schwere der Schuld konnte dieser reinigende Prozess demnach länger oder kürzer andauern. Nach der Lehre der Kirche konnte der Kauf von Ablassbriefen die Zeit im Fegefeuer verkürzen.Luthers 95 Thesen, die er angeblich am 31. Oktober 1517 an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg nagelte, griffen die Praxis des Ablasshandels und die Machtfülle des Papstes an. Evangelische Christen feiern heute deshalb am 31. Oktober den Reformationstag. Auf jeden Fall ließ Luther verschiedene gedruckte Exemplare seiner Thesen anfertigen und verteilte sie an einflussreiche Leute. Durch die technische Neuerung des Buchdrucks konnten die 95 Thesen schnell vervielfältigt werden und eine große Leserschaft erreichen. Nach Luthers religiösem Verständnis gab es eine direkte Verbindung zwischen dem glaubenden Menschen und seinem Gott, das Ablasswesen hielt er für unwirksam. Die Einmischung der Kirche sah Luther als unzulässig an, weil nur Gott darüber befinden könne, wie er die Sünden der Menschen bestraft. Außerdem kritisierte Luther, dass die im Ablasshandel ml21022017007eingenommenen Gelder dazu benutzt wurden, um prunkvolle Einrichtungen für die Kirche zu bauen. So wurde in Rom der prächtige Petersdom errichtet, auch Bischöfe und Ablassprediger bereicherten sich persönlich. Doch der sächsische Kurfürst Friedrich der Weise, traut dem Vesprechen des freien Geleits nicht. Er sorgt sich um Luthers Leben und sinnt auf eine List. Heimlich beauftragt er seine Männer, Luther auf offener Straße zu entführen. Er will, dass der Überfall wie eine Verschleppung Luthers durch kaiserliche Truppen aussieht. Der Plan gelingt und der völlig verängstigte Luther wird nach Eisenach verfrachtet, wo ihn Friedrich auf der Wartburg versteckt. Viele Jahre wird Luther dort verbringen. Damit er in seiner halbfreiwillligen Gefangenschaft nicht durchdreht, verschafft ihm der Kurfürst eine neue Identität. Als Junker Jörg, als Rittersmann in weltlicher Garderobe, tritt Luther nun außerhalb der Burg auf. So lang die Zeit dem von Unrast getriebenen Reformator auf der Wartburg auch wird, er vertut sie keineswegs untätig. Luther stürzt sich in das größte schriftstellerische Werk seines Lebens: die Übersetzung der Bibel in die deutsche Sprache.

500 Jahre Reformation

Also wenn Sie mich fragen ...

Also, wenn Sie mich fragen, dann gehen mir ja mache Hundehalter ganz gehörig auf die Nerven. Und immerhin leben inzwischen 6,8 Millionen Hunde in deutschen Haushalten. Meine Nachbarin, die Frau Krawuttke, hat seit einigen Wochen einen Hund, so eine Labrador-Beagle-Promenadenmischung. Und jedes Mal, wenn ich sie beim Gassi-Gehen mit ihrem „Rocky“ treffe, ruft sie ganz aufgeregt: awmf05032017001„Isser nicht süß?“ Wie gern würde ich auf diese Frage antworten: „Nein! Ihr Hund ist nicht süß. Bitte beruhigen Sie sich.“ Doch wer so etwas sagt, wird mit Verachtung gestraft: „Ach, Sie mögen wohl keine Tiere …“ Dabei mag ich Tiere, auch Hunde. Hunde sind nett und können nichts dafür, dass sie süß sein sollen, und auch nichts für die Schriftzüge auf ihrem Hundegeschirr: „Diva“, „Champion“ – oder „Der tut nix“ (vermutlich ist „Da sind Sie jetzt aber auch selbst schuld“ zu lang für einen Hundegeschirr-Schriftzug). Wie sagt der Hundetrainer Martin Rütter so schön: „In 99,9 Prozent ist das Problem ja nicht der Hund!“ Aber immer diese beifallsheischenden Blicke der Halter, wenn ihre Hunde bellen, wedeln, hüpfen, niedlich gucken. Dafür gibt es von mir keinen Applaus. Ja, wenn der Hund ein Gedicht aufsagen oder einen Milchkaffee servieren würde, dann würde ich anerkennend
nicken. Doch das können Hunde eben nicht. Da fällt mir Loriot Sketch vom „sprechenden Hund“ ein, in dem der Reporter schließlich feststellt: „Ihr Hund kann gar nicht sprechen!“ Hunde können auch nicht tanzen, das habe ich auch lauthals kundgetan, als mich Frau Krawuttke zum „Dog Dancing“ eingeladen hatte. Da durfte ich dann zusehen, wie Hundehalterinnen ihren Hunden zu Musik Leckerlis hinhielten, damit sich die Hunde im Kreis drehten. Da habe ich es dann gesagt: „Hunde können gar nicht tanzen!“ Die Hundehalterinnen waren stocksauer und meinten, ich hätte keine Ahnung. Kann sein, aber die Hunde haben wirklich nicht getanzt. Leute, macht euch doch nichts vor. Ich habe ein paar Fische, die auch nicht anzen können. Doch wenn ich diese stinkenden Fischfutter-Bröckchen ins Aquarium krümele, kommen die Fische herangeschwommen und stupsen gegen die Finger. Leider gibt es keine Fisch-Geschirre für sie, auf denen „Stupsi“ oder „Stinki-Mampfer" steht, dabei wäre das doch echt süß. Finden Sie nicht? Na, sie mögen wohl keine Tiere ... Also wenn Sie mich fragen, dann sollten wir es dabei belassen: Hunde haben eindeutig die bessere Nase – dafür können Menschen sprechen und tanzen! Aber mich fragt ja keiner …

Bis denn, Ihr Josef Kleinestratkötter.

Aus dem Leben von Küster Josef Kleinestratkötter

Beitrag von Diedrich Sabrowski

Quelle: Helles Köpfchen.de, Planet-Wissen.de

Seniorennachmittag

snb22022017003Am 19. November 2016 war es wieder mal soweit und verschiedene Heimbewohner unserer Einrichtung, wie Frau Schwarz, Frau Schulz, Frau Schneider, Frau Wernig, Frau Michel und Frau Neubert, Freuten sich auf den Ausflug nach Sandbach zum Seniorennachmittag der Stadt Breuberg, die jedes Jahr zu diesem Ereignis einlädt. Auch in diesem Jahr war die Halle wieder schön dekoriert und die Tische dekorativ eingedeckt mit Kuchen, belegten Brötchen und Getränken. Die Seniorinnen und Senioren freuten sich auch in diesem Jahr sehr darüber, vom Bürgermeister persönlich mit Handschlag begrüßt zu werden. Auch Pastor Scharrer, der regelmäßig in unserem Haus Besuche und Gottesdienste abhält, begrüßte unsereHeimbewohner persönlich. Die Veranstaltung wurde durch die snb22022017001Breuberg Musikanten eröffnet, die den ganzen Nachmittag musikalisch begleiteten. Wie immer, waren auch viele Ehrengäste gekommen, Vertreter des Landrates, der Stadtverordnetenversammlung, des Ausländerbeirates sowie die kirchlichen Vertreter der Stadt Breuberg. In ihren Ansprachen ging es vor allem um ein friedliches Miteinander in unserem Land, das ja durch die Seniorinnen und Senioren aufgebaut wurde. Die Zeiten haben sich geändert, welche Stimmen haben mehr Gewicht - die lauten
oder die leisen? Das gilt nicht nur für den privaten Bereich, nein, es ist auch eine politische Frage!Eine snb22022017002große Bedeutung wurde den Familien bescheinigt, die Erfahrungen, Traditionen und Grundwerte an ihre Kinder und Kindeskinder weitergeben. In den Ansprachen kam viel Lob und Freude darüber zum Ausdruck, dass die Senioren von heute sehr aktiv, mit großem Elan und Schwung und gemeinsamen Aktivitäten an der Gestaltung des täglichen Lebens mit arbeiten. Nach dem offiziellen Teil ließen sich die Senioren Kaffee und Kuchen gut schmecken.Für die Unterhaltung der Senioren wurde ein schönes und interessantes Rahmenprogramm gestaltet. Kindergartenkinder sangen Laternenlieder, und freuten sich über den reichlichen Applaus. Die Tanzgruppe „Moonflower“ zeigte unterschiedliche Tänze unter dem Motto: „Puppen erwachen zum Leben“. Junge Musiker spielten gemeinsam mit der Blaskapelle Schlagzeug, Trompete snb22022017005und Gitarre, wodurch die Volksmusik verschiedene Stilrichtungen bekam. Während des Unterhaltungsprogrammes ließen sich die Senioren ein Gläschen Wein oder Bier gut schmecken. Auch die belegten Brötchen waren lecker.Besonders schön war zu beobachten, mit welcher Freude die Senioren alte Bekannte und Nachbarn begrüßen konnten. Da wurde geschwatzt und gelacht und auch mal ein Tänzchen gewagt.
Frau Schneider wurde ganz freudig von einem Herrn in Tracht der Musiker mit „Hallo, Tante Anna“ begrüßt. Auf die Frage, ob es ein Neffe von ihr sei, lachte sie und meinte:“Nein, nein, der Karl Hallstein ist ein ehemaliges Kindergartenkind von mir!“ Ich glaube, das war für beide ein sehr schönes Wiedersehen! Aber jeder Tag geht mal zu Ende. Mit schönen Erinnerungen und Eindrücken fuhren unsere Senioren wieder nach Hause und werden noch lange an diesen abwechslungsreichen Nachmittag denken. Zum Schluss möchten wir all denen danken, die geholfen haben, uns einen so erlebnisreichen Nachmittag zu gestalten.

Bunter Nachmittag in Sandbach

 

 

Text und Bilder: Gabi Parthon

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Ausbildung im Landhaus am Weinberg

dil24022017001Nach meinem erfolgreichen absolvierten Fachabitur, habe ich mich entschieden ein freiwilliges Soziales Jahr zu machen. Durch das Rote Kreuz fand ich einen Praktikumsplatz in der Seniorenresidenz "Landhaus am Weinberg" in Hainstadt. Ohne jegliche Erfahrung stieg ich in die Altenpflege ein. Am Anfang war es für mich eine große Herausforderung, jedoch konnte ich durch das FSJ viele Einblicke in den Beruf der Altenpflegerin werfen. Die Seniorenresidenz ist familiär gehalten, Teamarbeit ist sehr wichtig. Nach einer Zeit hatte ich großen Gefallen an diesem außergewöhnlichen Beruf gefunden. Frau Scheuermann erzählte mir einiges über die Ausbildung und zusammen mit ihr besuchte ich die Altenpflegeschule, hier konnte ich weite Einblicke gewinnen.Mein Ziel war es nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr ein Architekturstudium zu absolvieren, mein Herz entschied sich jedoch für eine Ausbildung zur Altenpflegerin. Ich befinde mich zur Zeit im dritten Ausbildungsjahr und kann sagen, dass es mir sehr viel Spaß macht mit älteren Menschen zu arbeiten.
Viele emotionale aber auch lustige Erlebnisse, kann man während der Ausbildung sammeln.

Frau Dilek Ongun erzählt von Ihrer Berufsentscheidung

 

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dil24022017003Frau Ongun, die eine Altenpflege- ausbildung eines Architekturstudiums vorzog, ist keine Ausnahme. Es gibt immer wieder ähnliche Geschichten von Menschen, die die Liebe zu diesem Beruf auf ungewöhnliche Weise finden. Ich selbst habe durch meinen Ehemann zur Altenpflege gefunden. Vor dem ersten Kontakt, hätte ich mir nicht vorstellen können, wie sehr ich einmal diese Arbeit lieben werde. Unentschlossenen kann ich ein freiwilliges Soziales Jahr anraten. Wir bieten das gerne als Möglichkeit zur Berufsorientierung an. Die Pflege hat Zukunft und die Verdienst- und Karrieremöglichkeiten, sind verglichen mit anderen Berufen sehr gut. Wir sind auch gerne beratend tätig, bei einem gemeinsamen Gespräch lassen sich gerne Wünsche und eigene Talente erkennen.

Ewa Scheuermann: Eine ähnliche Geschichte

 

Seniorenzeitung Ostern 2017      1/3