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Seniorenzeitung Sommer 2017      3/3

Seniorenresidenz 
Landhaus am Weinberg

Themen: Im Haus und Garten .Redewendungen
              
Siedlung Hainstadt . Sommerland

Spätlese 1/2017

Spätlese 3/2017

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Heimatseite

Die Herrschaft Breuberg

Jubiläumswege der Stiftung Sparkasse Odenwald

bh14062015011Von weither sichtbar, erhebt sich auf einer vorgeschobenen, nach drei Seiten steil abgefallenen Berggruppe, hoch über dem Mümlingtal als Wahrzeichen des Landes, die mächtige Wehranlage der Burg Breuberg. Weitgehend unzerstört überstand sie die wechselvolle Geschichte und bezeugt noch heute eindrucksvoll die Bedeutung der Herrschaft Breuberg. Um 1160 ließ Abt Marquard von Fulda zur Sicherung seines Besitzes auf dem Breuberg eine Vogteiburg erreichtet und setzte die Herren von Lützelbach als Vögte ein. Diese Familie nannte sich dann nach ihrer Burg „von Breuberg“. Gerlach von Breuberg (1269 – 1305) gelang der Aufstieg in die Reichspolitik. Er war getreuer Gefolgsmann von Kaiser Rudolf von Habsburg. 1323 erlosch das Geschlecht der Reize von Breuberg im Mannesstamm, durch die Heirat der Erbtochter gelangten die Grafen von Wertheim in den Breuberger Besitz. 1497 konnte Graf Michael von Wertheim Burg und Herrschaft in seine Hand vereinen und ließ die Burg zu einer neuzeitlichen Festung ausbauen. Breuberg wurde zur Residenz der Grafschaft Wertheim. Nach Aussterben des Hauses Wertheim fiel 1556 die Herrschaft Breuberg durch Erbfolge an den Grafen von Erbach und an Graf Ludwig von Stolberg-Königstein. Als dieser 1574 starb, übernahm Graf Ludwig von Löwenstein 1598 seinen bh14062015004Anteil. Im Dreißigjährigen Krieg standen die Erbacher und die Löwensteiner auf verschiedenen Seiten. Die Folge waren anhaltende Streitigkeiten, die in der Erschießung eines Erbacher Beamten durch einen löwensteinischen Soldaten gipfelten. Bis zur Eingliederung der Herrschaft Breuberg in das Großherzogtum Hessen-Darmstadt im Jahre 1806, teilten sich die Grafen von Erbach-Schönberg und Löwenstein Burg und Herrschaft Breuberg. Nach Auflösung der Herrschaft Breuberg blieb die Burg in Privatbesitz der beiden Herrschaftshäuser. Ab 1919 wurde zunächst in den Erbacher Räumen und ab 1923 auch in den Löwensteiner Gebäuden eine Bleibe für Jugendliche eingerichtet. 1942 mussten die beiden Adelshäuser, Burg Breuberg an das Deutsche Jugendherbergswerk verkaufen. Nach Kriegsende übernahm das Land Hessen die Burg und ließ umfangreiche Sanierungsarbeiten durchführen. Gegenwärtig befindet sich auf dem Breuberg eine Jugendherberge, eine Burgschänke und das Museum des Breuberg-Bundes.

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Wanderverlauf: Gustavsruh - Schwedenschanze -
            Scheuerberg - Burg Breuberg -
            

Gesammtstrecke: 6,6 km
       Gehzeit: 2,15 h

Quelle: Broschüre „Jubiläumswege der Stiftung der Sparkasse Odenwaldkreis“, ausgelegt im Foyer oder bei der Sparkasse Odenwaldkreis

 

Im Haus und Garten

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Redewendungen

“Sein Pulver verschossen haben”

Die Menge des Schießpulvers, die ein Krieger des Mittelalters
in seinem Pulverhorn mitführen konnte, reichte nur für eine begrenzte Anzahl von Schüssen.

rw28072017001Daher hütete man sich sehr davor, dieses Pulver unnötig zu verschießen und setzte es nur dann ein, wenn man sich Erfolg davon versprach.

Die Redensart

"Sein Pulver verschossen haben",

die ja noch heute gebräuchlich ist,
meint also im ursprünglichen Sinne: Dem Krieger ist das Schießpulver ausgegangen
- folglich kann er keinen Schuss mehr abfeuern.

 

Quelle: www.medienwerkstatt-online.de

 

“Sommerland”

Ein Gedicht von Wolfgang Prietsch

Wenn Grillen zirpen, wenn Gräser blüh´n,

wenn Kornfelder im Sonnenlicht glüh´n,

wenn die Luft flimmert zur Mittagszeit,

wenn offen die Welt und der Blick geht weit,

wenn ich barfuss gehe durch heißen Sand,

wenn ich Rehspuren finde am Feldesrand,

wenn Harzruch im Wald und ein Lied in der Luft,  

wenn rundum die Welt voller Sommerduft –

Da geh´ ich mit Dir Hand in Hand

in dieser Zeit über das Land.

 

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Wolfgang Prietsch, Berlin

 

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Stadtarchiv Breuberg

Breuberger Siedlung - Hainstadt Teil 1

Der heutige Breuberger Stadtteil Hainstadt wurde in einer Urkunde des Reichsklosters Fulda bereits 802 als Schenkung an diese Abtei erwähnt. Hainstadt gehörte zu der alten Cent Höchst der hainst03092015005Gemeinherrschaft Breuberg und kam im Jahre 1806 mit dem Übergang dieser Herrschaft zu dem neuen Großherzogtum Hessen-Darmstadt. Es besitzt als Grenzort noch zahlreiche kulturhistorische Grenzsteine, wie die „Fürst Primas-Steine“ die mit der Beschriftung G H H (Großherzogtum Hessen, Hainstadt) und auf der ehemals Frankfurter Seite G F F – P M (Großherzogtum Frankfurt, Fürst Primas, Mömlingen) von den neuen Landesherren 1810 errichtet wurden. Ab dem 8. Mai 1822 gehörte Hainstadt dem neu geschaffenen „Großherzoglich Hessische – Fürstlich Löwenstein – Wertheim Rosenbergische und Gräflich Erbach-Schönbergische Landraths-Bezirk Breuberg“ an. Ab dem 19. Jahrhundert gehörte auch der Weiler Rosenbach zur Gemeinde Hainstadt. Vom Weiler Rosenbach befinden sich im Stadtarchiv zahlreiche Aktenbündel über den ehemaligen Stammsitz der adligen Familie von Rosenbach. Der Weiler bestand ursprünglich aus dem gemeinherrschaftlichem Hofgut und einer Löwenstein-Wertheimer Erbbestandsmühle der seit dem Jahr 1750 dort zunächst als hainst03092015004Pächter und ab dem Jahre 1862 dann als freie Eigentümer dort lebende Familie Elbert. Auch in Hainstadt sind um 1850-1890 gefundene römische Siedlungsrelikte nachweisbar, so aus dem Hofbereich des früheren Schulhauses und dem angrenzenden Gelände des Konrad Koch. Diese Fundstücke wurden durch den Beauftragten der Reichslimeskommission, Leutnant a.D. Heinrich Gieß der Sammlung des Historischen Vereins des Großherzogtums Darmstadt übergeben.

Die Gründung der eigentlichen Dorfsiedlung geht dann auf die Zeit der Alemannen zurück, die schon im Jahre 260 nach dem Abzug der Römer hier Besitz ergreifen konnten. Das Hauptkennzeichen für das Vorhandensein einer Dorfsiedlung in der folgenden merowingischen-fränkischen Zeit ist das Gräberfeld; die Ansiedlung der Franken wird zuverlässig durch die Reihengräber Friedhöfe in Nähe alter Kirchen nachgewiesen. Ab dem 8. Jahrhundert gibt es in unserem Gebiet durch die Ansiedlung fränkischer Wehrbauern eine gelenkte Kolonisation durch die Reichsklöster Fulda und Lorsch. So wurden in den Jahren 1875, 1949 Reihengräber, und dann 1985 bei der Anlegung des Hainstädter Stadtparks Reihengräber und Mauern mit Türöffnungen gefunden, die auf einen frühchristlichen Kirchhof hindeuten.

Quelle: Breuberger Stadtarchiv

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